Pressespiegel

Filmbranche unter der Lupe, Nordfriesland Tageblatt, 12.01.2020

Zwölftklässler des Beruflichen Gymnasiums präsentieren Projektarbeiten / Themen waren auch Öko-Landbau, autonome Zukunft sowie Ernährung und Klimawandel

Das Kino hat schon so manche Krise überlebt, doch längst steht die Branche vor einer weiteren Herausforderung: Bei Streaming-Diensten wie Netflix sind nicht nur Serien zu sehen, sondern auch neue Kinoproduktionen.

„Das Kino könnte im Streaming untergehen“, lautet das alarmierende Fazit einer Umfrage, die Zwölftklässler des Beruflichen Gymnasiums im Rahmen ihrer Projektarbeit gestartet hatten. Demnach vertraten 95 Prozent der 66 Befragten diese Ansicht.

Umfrage offenbart einen Widerspruch Was die Kinobetreiber dagegen aufmuntern dürfte: 61 Prozent sagen aber auch, dass sie bei neuen Filmen lieber ins Kino gehen statt sich den Streifen zu Hause auf der Couch anzusehen. Einerseits gebe es eine hohe Nutzungsquote beim Streaming, andererseits sei das Kino beliebt. „Das ist ein Widerspruch“, hieß es in dem Vortrag der Gruppe aus der WG 12a.

„Der Filmmarkt – Netflix & Co vs. Hollywood“, lautete das Thema, mit dem sich die vierköpfige Gruppe seit Oktober befasst hatte. Und zwar mit einem gewissen Anspruch. „Der Schwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Ausarbeitung“, erläutert Harald Christiansen, Abteilungsleiter des Gymnasiusm an der Beruflichen Schule des Kreises.

Etwa drei Monate lang haben sich die Zwölftklässler mit ihrem jeweiligen Thema beschäftigt, bei der knapp halbstündigen Präsentation einer jeden Gruppe am Donnerstag bleibt da nur Zeit für die wesentlichen Ergebnisse.

„Sich mit einem Schwerpunktfach tiefgründig auseinanderzusetzen, hat an der Schule einen hohen Stellenwert“, sagt deren Leiter Finn Brandt. Dazu gehöre auch die Fragestellung, wie man mit Informationen und deren Aufbereitung umgeht – und das vor dem Hintergrund der Digitaliserung.

Letztlich sei das eine Vorbereitung auf das Studium, sagt Brandt. Die Recherche zu einem Thema laufe häufig nebenbei, also außerhalb der Unterrichtszeit, so der Schulleiter. „Der Lehrer wird mehr zum Berater“, erklärt Harald Christiansen.

Im Publikum sitzen die Elftklässler Die Präsentation der Arbeitsergebnisse vor Zuhörern erhöht die Anforderungen zusätzlich. Im Publikum sitzen die Elftklässler, die dann schon einmal sehen, was sie im nächsten Schuljahr erwartet. Die Hausarbeit, die die Schüler schreiben, zählt so viel wie eine Klausur.

Ein anderes Team des Wirtschaftszweigs hat sich zum gleichen Thema mit Rechtsfragen beschäftigt. Ein spannendes Feld, denn so mancher Streaming-Dienst ist illegal unterwegs. Deren Bekämpfung sei schwer, berichtet ein Schüler, dennoch hätten die legalen ihre Einnahmeverluste durch die Konkurrenz seit 2010 deutlich reduziert.

Eine Gruppe aus der Fachrichtung Argrarwirtschaft hat den ökologischen und den konventionellen Landbau miteinander verglichen. So enthielten konventionelle Produkte doppelt so viel Cadmium – ein giftiges Metall, Bioerzeugnisse dagegen mehr Nährstoffe. Zusatzstoffe, die bei Bio nicht zulässig sind, lösten häufig Allergien aus. Gegen die ökologischen Erzeugnisse spricht demnach der höhere Preis, schnelleres Verderben sowie das mögliche Vorhandensein von Bakterien.

In der Fachrichtung Ernährung lautete die Fragestellung: Wie beeinflussen sich Ernährung und Klimawandel? So wurde als Folge beispielsweise Unterernährung in einem Teil der Welt dargstellt. Im Bereich Technik hieß es „Autonom in die Zukunft“.

Den meisten Schülern dürfte die Arbeit trotz Mehrbelastung Spaß gemacht haben. „Das ist interessanter, als nur auf eine Klausur zu lernen“, fasst Ann Marret Matthiesen aus der Film-Gruppe ihre Erfahrungen zusammen. „Wir haben viel recherchiert“, so Mitstreiterin Seline Bahnsen.

aus Nordfriesland Tageblatt vom 12.01.2020