Pressespiegel

Schlachter statt Schauspieler, Nordfriesland Tageblatt, 16.11.2019

Für 200 Azubis aus Nordfriesland fiel mit der Einschreibungsfeier in Niebüll ein würdiger Startschuss ins Berufsleben

Die 17. zentrale Einschreibungsfeier der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord verläuft nach einem beliebtem Ritual. Beeindruckend wie immer gerät der Einmarsch der rund 200 Auszubildenden in ihren Zunftgewändern in die Niebüller Stadthalle.

Ausbildungsbetreuer und Moderator Olaf Behrmann entlockt den angehenden Handwerkern ein „Moin“, findet lobende Worte für die weite Anreise. Kreishandwerkermeister Ingwer Christophersen betont, dass die Auftragslage des Handwerks gut sei. Künftige Nachfolger für Firmeninhaber würden gesucht, dies sei eine Chance. „Ich finde es gut, dass immer mehr Auszubildende mit ausländischen Wurzeln zu uns finden“, sagt er.

Der stellvertretende Kreispräsident Siegfried Puschmann verweist auf die zentrale Rolle des Handwerks. Ein Anstieg der Lehrlingszahlen sei positiv zu vermelden. „Sie leisten Gewaltiges“, sagt er in Richtung Ausbildungsbetriebe. 30 Prozent aller Azubis seien im Handwerk untergekommen. Der erste Gedanke Abitur sei nicht immer sinnvoll.

„Das Handwerk ist immer eine gute Alternative!“ Nur die Frauenquote könnte noch etwas besser werden; derzeit liegt sie laut Puschmann bei 21 Prozent. Das Handwerk diene zudem der Integration. „Wir brauchen Sie!“ ruft der Kreisvizepräsident unter lautem Beifall in den Saal.

Gastgeber Jörg Wilms (Berufliche Schule des Kreises Nordfriesland) betont die Vielseitigkeit des Handwerks, erinnert aber auch an die Anforderungen. „Der Weg ist mühsam, Sie müssen Einsatz und Ausdauer zeigen!“

Um Hindernisse zu bewältigen, müsse man durchhalten und ansonsten „anders als der Kleine Prinz“ mit den Augen schon genau hinschauen. „Sie sorgen mit Ihrer Arbeit für Nachhaltigkeit“, sagt der Pädagoge abschließend.

Die gut gelaunten Maurer oder Zimmerer sitzen in ihrer klassischen Kluft neben den angehenden Malern, Bäckern, verschiedenen Fachverkäuferinnen, Kfz-Mechatronikern oder Elektronikern. Dann beginnt der „Ernst des Lebens“. Nach und nach tragen sich die jungen Berufsanfänger, die vor wenigen Wochen ihre drei- oder dreieinhalbjährige Ausbildung im Handwerk angetreten haben, in das goldene Buch des Handwerks ein.

Im Interview geben manche Azubis spannende Einblicke: „Ich wollte Schauspieler werden“, sagt Friedjof Schlagenhaufen von der Landschlachterei Burmeister in Viöl. Als Darsteller bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg hatte er Blut gerochen.

Doch nach dem Job am Kalkberg kam er als Aushilfe an die Fleischtheke und besann er sich auf seine Wurzeln – und entschied sich für etwas Handfestes. Der von der Hallig Langeneß stammende junge Mann hat einen Fleischer als Großvater. „Da fiel die Entscheidung leicht.“

 

Prüfungsbeste

Geehrt wurden bei der Veranstaltung auch die Prüfungsbesten des vergangenen Ausbildungsjahres.

Maurer: Broder Petersen, Prüfungsbester im Winter ( Firma Freddy Danielsen, Niebüll), Tim Ipsen (Hans-Erich Kirch, Neukirchen), Prüfungsbester im Sommer.

Zimmerer: Lars Westemeier (Olaf Matthiesen, Risum-Lindholm).

Fleischerfachverkäuferin: Maria Schneider (Michael Jannsen, Meldorf).

Maler (Innung Festland, Föhr, Amrum): Kimberly Sophie Jessen (Theo Jensen, Niebüll).

Maler (Innung Sylt): Sophia Grönke (Maler Eberhardt, Tinnum).

Bäcker: Romina Göth (Bäcker Hansen, Wrixum), Vanessa Stengel (Bäckerei Sönke Petersen, Niebüll).

Bäckerfachverkäufer: Sina Skydstrup (Niebüller Backstube).

 

aus Nordfriesland Tageblatt vom 16.11.2019

 

Grußwort

Studiendirektor Jörg Wilms, Abteilungsleiter der gewerblichen Abteilung A2, sprach zudem ein Grußwort aus, welches Sie hier lesen können.