Pressespiegel

Mehr Azubis in der Gastronomie, Nordfriesland Tageblatt, 15.11.2019

Beim Berufsinfotag in Niebüll werden zwei erstaunliche Entwicklungen in der Region offenbar

Die Niebüller Stadthalle und die Fachwerkstätten der Beruflichen Schule waren am Mittwoch belebt wie sonst selten im Jahr. Rund 1000 Schüler von Abschlussklassen in Südtondern informierten sich über Inhalte und Chancen aller 38 Berufe, für die an Niebülls Beruflicher Schule ausgebildet und unterrichtet wird.

Ein Jahr intensiver Vorbereitung fand für das Team der Beruflichen Schule wieder einmal einen positiven Höhepunkt und erfolgreichen Abschluss. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer sowie der Kreishandwerkerschaft und den Kooperationspartnern VR-Bank Niebüll und Nord-Ostseesparkasse stellten Lehrer und Schüler der Berufsschule alle die Berufe im Detail vor, die in Niebüll erlernt und gelehrt werden.

Hochschulreife an der Berufsschule Dabei standen nicht nur klassische berufliche Inhalte im Fokus, sondern auch die Bildungsgänge, die hier zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses führen. Dabei betonte der Schulleiter, Oberstudiendirektor Finn Brandt, dass die Zahl der Abschlüsse der allgemeinen Hochschulreife hier nicht niedriger sei als die des örtlichen Gymnasiums.

Zwar hatten etliche Schüler bereits ungefähre Vorstellungen über ihren Wunsch- oder Traumberuf – die weitaus größere Anzahl beschäftigte sich aber während des Berufsinformationstages zum ersten Mal intensiv mit der Frage ihres künftigen Weges im Berufsleben.

Und dabei trafen sie nicht nur auf äußerst kompetente Lehrer, sondern auch auf engagierte Schüler der beruflichen Schule und ihrer Partner aus Wirtschaft und Verwaltung, die ihnen halfen, den für sie richtigen Weg zu finden.

Bewerberrückgang in der Energiebranche An dem Berufsfindungstag wurde auch über teils erstaunliche Entwicklungen gesprochen, die so bisher noch nicht öffentlich geworden sind. So sei zum Beispiel in einigen zukunftsträchtigen Berufen der Energietechnik die Zahl der Bewerber in Südtondern deutlich rückläufig, obwohl Betriebe gerade in diesem Berufsfeld zahlreiche Lehrstellen und qualifizierte Arbeitsplätze anböten.

Ebenso erstaunlich sei es, dass gastronomische Berufe wieder mehr Lehrlinge ausbilden würden. Dies liege vermutlich an einem Generationswechsel in der Führung zahlreicher gastronomischer Betriebe, die nun deutlich stärker als die vorige Generation der Führungskräfte die Arbeitsbedingungen zugunsten der Lehrlinge und Mitarbeiter verbessern würde.

aus Nordfriesland Tageblatt vom 15.11.2019