Sehr Geehrte Eltern, Lehrer, Lehrerinnen, liebe Abiturienten, Abiturientinnen und Freunde der Schule,
bevor wir Sie mitnehmen werden auf eine Reise durch unsere letzten drei Schuljahre, möchten wir uns zunächst einmal bei den Lehrern bedanken, die uns diese drei Jahre überhaupt ermöglicht haben. Frau Carstensen, Herr Christiansen, Herr Bauer und Herr Philipsen. Durch ihre Mühe, Hilfsbereitschaft und offene Art haben Sie uns den Einstieg in das berufliche Gymnasium ungemein erleichtert und uns auf den Weg zum Abitur vorbereitet.
“Auch eine Reise von tausend Meilen fängt mit dem ersten Schritt an.”
Was für den Chinesen schon zu einem Sprichwort geworden ist, wurde bei uns am anderen Ende der Welt Realität.
Am Anfang war noch alles wirr und verschwommen. Sowohl unsere Ziele als auch Erwartungen ließen sich nicht in Worte fassen. Man freute sich auf einen neuen Lebensabschnitt und wusste doch nicht wohin einen der Weg führen sollte.
Unsicher tastete man sich vorwärts. Zaghaft wurden erste Gespräche geführt und Eindrücke gesammelt. Erste Klausuren überstand der eine nur mit Traubenzucker und Baldrian, während der andere mühelos die schwierigen Hürden zu überspringen wusste.
Die meisten schüchterte die neue Umgebung zunächst ein und so mancher fühlte sich bereits scheitern bevor der Weg überhaupt richtig begonnen hatte.
“Wir müssen Enttäuschungen hinnehmen, aber dürfen niemals die Hoffnung aufgeben.”
Martin Luther Kings Zitat war für uns ein Licht in dunklen Zeiten und lehrte uns niemals aufzugeben. Erschienen uns die Hürden noch so groß, so wussten wir doch Rückschläge hinzunehmen im Hinblick auf das große Ziel. So langsam entwickelte sich Routine, wir lernten mit Laufzetteln umzugehen und Handouts den Anforderungen der Lehrer entsprechend zu gestalten.
Einige Schüler jedoch wussten nicht mit den Erwartungen umzugehen und verließen uns am Ende des ersten Schuljahres.
“Ein fröhliches Herz lebt am längsten.”
Der Anfang der 12. Klasse brachte für uns gleich eine aufregende Zeit mit sich. Obwohl Lehrer uns früh auf die Wichtigkeit der kommenden zwei Jahre hinwiesen und wir uns bewusst waren, dass jede Note ein Teil unseres Abiturzeugnisses werden würde, begann das neue Jahr mit einem Urlaub.
London oder Florenz standen für uns als exotische Ziele zur Auswahl.
Die einen zog es in die größte Stadt Europas, um ihre englischen Kenntnisse praktisch umzusetzen und auf ein Tee mit der Queen zu hoffen. Dass diese zur Zeit anderen Beschäftigungen nachging und gar nicht im Lande war, erfuhren wir aber leider erst nachdem wir bereits eine Stunde vor ihren Toren gestanden und auf eine Bewegung hinter einem der tausend Fenster gehofft hatten. Empört stiegen wir zurück in den Bus und mussten nun mit anderen Sehenswürdigkeiten vorlieb nehmen.
Am Ende hatten uns Musicalbesuche, Shoppingtrips und Partyabende wieder wohlig gestimmt und wir verließen mit volleren Koffern und vertieften Freundschaften das königliche Land.
Diejenigen, die es nach Italien zog, hatten zwar eine längere Anreise, dafür allerdings den Vorteil von Sonne, Strand und Meer. Florenz bot ebenso die einen oder anderen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. den berühmtesten nackten Mann “David” und weitere architektonische Besonderheiten.
Der geplante Zeltausflug, inklusive Mückenplage, wurde zu Gunsten eines Hotelbesuches und festen Wänden umorganisiert, da sich nicht jeder in der Lage sah eine ganze Woche lang im Schlafsack zu verbringen. Die Schüler, die sich für diese Reise entschieden hatten, mussten dafür allerdings im Voraus einen Vortrag erarbeiten, um sich gegenseitig über die verschiedenen Berühmtheiten der Stadt aufzuklären.
Auch die Florentiner haben ihre Abende mit italienischem Wein und Pizza ausklingen lassen, sodass sich auch hier einige neue Freundschaften gebildet hatten.
Das Zitat William Shakespeares soll veranschaulichen, dass nur mit Entspannung und Ruhe ein glücklich werden zu erreichen ist. Die Reisen nach London und Florenz waren deshalb ein idealer Ausgleich zum stressigen Schulalltag.
“Mutig ist nicht der, der sich niemals fürchtet, sondern der, der diese Furcht besiegt.”
Das zweite Halbjahr stellte für so manchen, wie der Spruch von Nelson Mandela beweist, eine Überwindung dar und ließ den anderen sein schauspielerisches Talent ausüben.
Wie bereits seit dem 11. Jahrgang bekannt, sollte das Ende des 12. Jahres durch eine Präsentation der Fächer Deutsch, Englisch oder Mathe gekrönt werden.
Dies war für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Die Gruppenbildung wurde zwar durch die bei der Studienstufenfahrt neugewonnenen Freundschaften erleichtert, aber Themenfindung und Vorbereitung ließen so manchen fast wahnsinnig werden. Zwei Monate lang wurde geschwitzt und gearbeitet wie nie zuvor, ob nun das Schreiben eines Drehbuches, das Filmen von abenteuerlicher Szenen und letztlich der Auftritt auf der großen Bühne. Jede Stunde wurde möglichst intensiv genutzt. Neben der Arbeit war das Projekt für die meisten ein Vergnügen, da man endlich mal erlaubt war seine kreative Ader ausleben zu können.
Während sich die Deutsch- und Englischschüler auf der Bühne austoben konnten, waren jedoch die Mathematiker in ihrer Themenwahl beschränkter.
Die große Präsentation am 30. März 2011 wurde von uns erfolgreich gemeistert. Nicht zuletzt dank der Hilfe unserer Lehrer, Frau Otto und Frau Rhöder für das Fach Deutsch, Frau Morgenroth und Frau Puschmann für das Fach Englisch und Herr Christiansen für das Fach Mathe.
An dieser Stelle danken wir Ihnen für die starken Nerven und aufmunternden Worte.
“Freundschaft ist die Hochzeit der Seele.”
Schneller als den meisten lieb war, sahen wir uns schon im 13. Jahrgang. Ein paar wenige Schüler hatten uns zuvor verlassen und wir merkten, dass es langsam ernst wurde. Unsere Freizeit wurde immer knapper und wie Voltaire richtig erkannte, hielten uns allein unsere gewonnenen Freunde über Wasser.
Während einige Schüler beim Gedanken an die großen Prüfungen schon in Panik gerieten, blieben andere zunächst gelassen und sparten sich das Lernen für eine Nacht vor den Probeabiturprüfungen auf.
Diese Klausuren sollten uns auf den Ernst des Lebens vorbereiten, welcher schon in dreimonatiger Entfernung lauerte.
“Der Weg ist das Ziel.”
Dann war es endlich soweit. Das zweite Halbjahr begann und die richtigen Abiturprüfungen waren in Aussicht. Alpträume und Schnappatmungen prägten die folgenden Wochen und die Angst war bei jedem einzelnen zu sehen. Lerngruppen wurden gebildet und jeder hatte nur noch ein Ziel: das Abitur.
Gemeinsam fand man sich viel zu schnell im Klassenraum wieder und voller Unglauben wurden die vier Prüfungen bewältigt. Die wichtigen Dinge des Lebens traten wieder in den Vordergrund. Der Stress wurde mit gegenseitiger Unterstützung bei Sekt, guter Laune und während der Mottowoche überwunden. Nach zwei Monaten lang ersehnten Wartens, sah man sich wieder einmal mit Schnappatmungen und Alpträumen konfrontiert. Der Tag der Wahrheit. Die Notenbekanntgabe brachte den einen oder anderen in Bedrängnis und wurde mit gemischten Gefühlen entgegengenommen.
Die darauf folgenden mündlichen Prüfungen waren das letzte Hindernis, das es zu bewältigen galt. Und nun stehen wir hier und die Wege jedes einzelnen werden sich trennen. Voller Selbstbewusstsein, Kraft und Mut können wir nun in die Zukunft blicken und müssen doch mit Wehmut einsehen, dass wir den folgenden Weg ohne unsere Freunde und Familie zu bewältigen haben.
Die Erinnerungen werden dafür immer in unserem Herzen bleiben. Wie Konfuzius richtig erkannte, sind diese wichtiger, als das erlangte Abitur selbst. Wir können alle stolz auf uns sein.
Unsere gemeinsame Reise ist heute beendet und ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Für unsere Mitschüler bleibt uns nur noch eines zu sagen.
“Mögest du im Nachhinein immer wissen, wo du gewesen bist,
Im Voraus wissen, wo du hingehst
Und in jedem Moment wissen, wenn du zu weit gehst.”
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